Leseproben

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...von Seite 103-104

Und wir waren dann natürlich auf dem Weg zum Meer. Zum Pazifischen Ozean. An dem ich noch nie gewesen war. Durch diese falsche Straße, die wir erwischt hatten, kamen wir viel schneller dorthin. Kurz vor Sonnenaufgang sahen wir auf einmal dieses Grau auftauchen. Und fuhren dann, immer mit ihm auf unserer rechten Seite, die Küste entlang. Auch wieder auf einer Straße, die gar nicht so groß war. Gar nicht so befahren. Aber wir hatten auf einmal dieses Gefühl, einfach nur zu fahren. Alles lag uns zu Füßen. Alles lag vor uns und um uns herum, und wir konnten uns darin bewegen wie Fische im Wasser. Nachts hatten wir das Bild gehabt, unser VW-Bus ist so eine Art Schiff, mit dem wir durch die Nacht kreuzen. Mit dem wir sämtliche Dimensionen durchsegeln. Wir können mit unserem Schiff nicht nur vor und zurück fahren, sondern auch rauf und runter.Was durch die Serpentinen eben buchstäblich so war.
Und ich hatte an irgendeinem Punkt, an dem ich fuhr und Tere neben mir schlief, auch gar nicht mehr das Gefühl zu steuern. Ich hatte nur noch das Gefühl: „Ich lasse mich einfach irgendwohin treiben.“ Natürlich nicht so, dass ich das Steuer losgelassen hätte. Aber schon so, dass ich das Gefühl hatte, alles geht automatisch. Ohne mein Zutun. Wie manchmal beim Auflegen. Es war genau dieselbe Sache. So: „Ich bin eigentlich gar nicht der, der die Kontrolle ausübt. Der bestimmt, um was es geht. Sondern das ist etwas viel Größeres, das mir aber überhaupt nicht entgegensteht.“

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